Tadao Ando
Durchgeboxt
Der 1941 in Osaka geborene Ando entdeckte schon in jungen Jahren seine Leidenschaft fürs Boxen, machte sie zu seinem Beruf. Nach seiner Zeit als Profi - Boxer bildete er sich in den 60er Jahren autodidaktisch zum Architekten weiter und eröffnete 1969 ein eigenes Büro. In den 80er Jahren entwarf Ando drei Kirchen, die er den Naturelementen Wind, Wasser und Licht widmete. Für Vitra in Weil am Rhein plante der Selfmade- Architekt einen Seminartrakt, der 1993 fertiggestellt wurde. Zwei Jahre später erhielt er den Pritzker-Preis für Architektur, in der Branche eine Art Nobelpreis. Ando, der als Einziger die vier wichtigsten Architekturpreise gewann, gilt als Meister der Reduktion. Mit Beton, Holz, Wasser und Licht schafft er geradlinige, fast strenge Bauwerke von magischer Ästhetik. Der zweite Teil des Gesamtkatalogs seiner Arbeiten stellt mehr als 90 seiner maßgeblichen Werke von 1994 bis heute vor – vom Nariwa Museum in der Präfektur Okayama bis zum Modern Art Museum in Fort Worth, Texas. Der Autor des gewichtigen Buches, Francesco Dal Co, ist in Venedig als Professor für Architekturgeschichte tätig. Dort, in der Lagunenstadt, schuf Ando von 2006 bis 2009 das Museum Punta Della Dogana, ein Dreieck zwischen dem Canale Grande und dem Canale della Giudecca. Nur ein weiterer Beleg seiner oftmals genialen Lösungen, die der fl eißige Autodidakt in all den Jahren gegen vielerlei Widerstände durchboxen musste.
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