Alessandro Mendini — Der Design-Denker
Der kindliche Charme, der Mendinis Arbeiten stets umgibt, folgt einem alles andere als seichten Programm. Als Vordenker des postmodernen Designs ist Mendini sich der Wirkung seiner Entwürfe genau bewusst. Die Dinge des täglichen Gebrauchs sind für ihn immer auch Zeichen, die auf unterschiedliche Weise codiert und gelesen werden können. Sein Design geht in diesem Sinne über die eigentliche Funktion der Objekte hinaus und bezieht auch jene Aspekte mit ein, die strenge Puristen gewöhnlich in Angst und Schrecken versetzen: die Oberfläche und mit ihr das Ornament. Dass die Oberfläche keineswegs oberflächlich sein muss, beweisen Entwürfe wie der Sessel „Poltrona di Proust“ aus dem Jahr 1978. Mendini erwarb in einem Antiquitätengeschäft einen opulent-verschnörkelten Sessel, um ihn anschließend derart mit bunten Farbtupfern zu übersäen, dass es scheint, als hätten die Meister des Pointillismus selbst zum Pinsel gegriffen. Das leicht angestaubte Sitzmöbel wird auf diese Weise zu einem hybriden Wesen, in dem Zitate aus unterschiedlichen Epochen, Kunstströmungen und Orten zu einem neuen Objekt verschmelzen.





