Richard Sapper

Interview

Interview: Richard Sapper

"Eine schöne Form wird nie altmodisch"

Ein Deutscher machte in Mailand ganz groß Karriere: Designlegende Richard Sapper über rollende Juwelen, lebendige Maschinen und den fehlenden Mut zu Innovationen.

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Richard Sapper
von Norman Kietzmann

Richard Sapper zählt zu den wichtigsten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Geboren 1932 in München, studierte er von 1952 bis 1956 Philosophie, Anatomie, Grafik, Ingenieurwissenschaften und Betriebswirtschaft in seiner Heimatstadt und sammelte seine ersten beruflichen Erfahrungen in der Designabteilung von Mercedes-Benz in Stuttgart. 1957 folgte der Umzug nach Mailand, wo er mit Gio Ponti, Marco Zanuso und Alberto Roselli zusammenarbeitete. 1970 gründete Sapper in Stuttgart sein eigenes Büro und begann im selben Jahr eine Beratertätigkeit in der Versuchsabteilung von Fiat, der Forschungsabteilung des Reifenherstellers Pirelli. Seit 1980 ist er für den Computerhersteller IBM tätig. 

Was seine Entwürfe verbindet, ist das Zusammenspiel aus präzisen, einprägsamen Formen und technischer Innovation. Seine Tischleuchte „Tizio“ (1972), die erste Niedervolt-Halogenleuchte der Welt, sorgte für eine Revolution im Leuchtendesign, sein Kinderstuhl „K 4999“ (1963) war der erste vollkommen aus Kunststoff gefertigte Stuhl für Kartell, seine Fernseher, Radios und HiFi-Geräte für Brionvega (1964-1969) brachten das Space Age in die Wohnzimmer der 60er Jahre, während seine „ThinkPad“ Notebooks für IBM (seit 1992) weit vor dem Siegeszug von Apple eine minimalistische Formensprache für Computer etablierten. Ans Aufhören denkt der 78-Jährige auch heute nicht, vielmehr präsentierte er jüngst eine neue Laptop-Generation für den Computerhersteller Levono.

Weitere ausgesuchte Entwürfe von Richard Sapper
  • Tizio
    Tizio
  • Wasserkessel...
    Wasserkessel 9091 FM
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