Michele De Lucchi lässt sich auch im Alter von 60 Jahren nicht in strenge Raster fügen. Der einstige Mitbegründer von Memphis, der mit seiner Leuchte „Tolomeo“ (1987) für Artemide eines der meist produzierten Industriegüter unserer Zeit entworfen hat, nahm nun das klassische Regal ins Visier. Bücher, so seine berechtigte These, sind schließlich nicht gleich Bücher und sollten deswegen auch nicht auf gleichmäßige Weise verstaut werden. Das Regal „Existence“, das der Mailänder Gestalter für den italienischen Metallmöbelhersteller De Castelli entworfen hat, rückt die Bücherwand als freistehendes Objekt in den Raum hinein. Mit seinen unregelmäßig proportionierten Fächern erlaubt es eine Sortierung nach Themen, Autoren, Verlegern, Größe oder persönlicher Wertschätzung. Da die Trennwände in spitzen Winkeln aufeinandertreffen, entstehen automatisch Freiräume neben oder zwischen den Büchern. Diese sollen als Aufbewahrungsort für „kleine Objekte und nutzloses Souvenirs dienen, die so fundamental für unsere Existenz sind“, wie De Lucchi die Herkunft des Namens erklärte.