Der große Luigi Colani hatte den Trend losgetreten. Waren bis Ende der 70er Jahre Fotokameras ausschließlich kantige Bildauffang-Quader, so schuf Colani für Canon mit der T90 die erste ergonomische, rundliche, fast erotisierende Spiegelreflexkamera. Eine Heldentat, die tausendfach kopiert wurde, bis zur Sinnlosigkeit. Wie entspannend wirkt da die Rückkehr der PEN-Form von Olympus. 1959 hatte Yoshihisa Maitani dieses Design im Halbformat vorgegeben. Warum PEN? Die Kamera sollte so einfach wie ein Stift zu bedienen sein. 50 Jahre später inszeniert Olympus ein Retro-Fest im digitalen Format. Und findet eine neue Käuferschicht: Für alle, die keine gewaltige Spiegelreflex um die Schulter spannen wollen, für die aber eine Kompaktkamera zu touristisch wirkt. Die wiederkehrende PEN verbindet beide Welten: Sie ist kompakt, aber variabel, mit Wechselobjektiven und zusteckbarem Blitz, auch HD-Video-fähig und mit 12,3 Megapixeln auf Zeitniveau (mehr braucht kein Mensch, mehr schafft eher Probleme). Die Snobs können jetzt sagen: Meine Leica M8 spielt aber in höheren Regionen. Stimmt. Dazwischen liegen auch Tausende Euros und ein komplett anderes Geflecht von Ambitionen.