Die grüne Suchmaschine

Kann man beim Stöbern im Internet Gutes tun? Das behauptet Ecosia, eine Suchmaschine, die 80% ihrer Einnahmeüberschüsse an Aufforstungsprojekte auf der ganzen Welt spendet. Über 3,8 Millionen Euro hat Ecosia so bereits in Wälder in Peru, Madagaskar oder Indonesien investiert, was etwa 7,5 Millionen Bäumen entspricht. 

Diese Zahl der finanzierten Bäume ist omnipräsent auf ecosia.org. Sie läuft unter der Suchleiste ständig vor sich hin. Jeder Klick ein Baum? Genau genommen zählt nur jeder Klick auf eine Werbeanzeige. Wie alle anderen Suchmaschinen finanziert sich auch Ecosia über Werbung. Auf der Infoseite von Ecosia kann man diese und viele andere Hintergründe nachlesen, denn das „Social Business“ setzt ausdrücklich auf Transparenz. So sind beispielsweise auch monatliche Finanzberichte und Überweisungen an die Aufforstungsprojekte für die Nutzer nachvollziehbar.

Ecosia ist die grüne Alternative zu Google, kommt aber nicht etwa aus dem Silicon Valley, sondern aus Berlin. Bereits 2009 gründete Christian Kroll die Suchmaschine, er hatte durch ein Projekt in Nepal bereits Erfahrung mit dem Generieren von Spenden durch Suchmaschinen gesammelt. Die Rettung der Regenwälder sieht er als eine der wichtigsten Aufgaben des 21. Jahrhunderts.

Die Technologie kommt von Bing

Trotz so viel guten Willens musste sich das Unternehmen vor allem in der Anfangsphase einige Kritik gefallen lassen. Ecosia basiert auf der Suchtechnologie von Microsoft Bing, das, anders als die Server von Ecosia, keineswegs ausschließlich grünen Strom bezieht. Bäume pflanzen gegen den Klimawandel und gleichzeitig Energie aus fossilen Brennstoffen nutzen, wobei massenhaft CO2 entsteht? Diese Kritik war berechtigt, bis auch Bing sich 2014 zu der Nutzung erneuerbarer Energien verpflichtete. Und auch auf die schwer nachvollziehbaren Angaben zu gerettetem Regenwald in Quadratkilometern – so der andere Kritikpunkt – verzichtet die grüne Suchmaschine mittlerweile.

Ob die Bing-Suchergebnisse auf Ecosia mit Google mithalten können, ist auch unter Fans der Seite umstritten. Jedenfalls geht hier alles, was man auch vom Marktführer gewohnt ist: Karten, Bilder, Videos, Nachrichten. Und das alles natürlich mit dem Pluspunkt des guten Zwecks.

Auch wenn Ecosia sicherlich nicht die Welt retten kann, hat die Seite es geschafft, mit einer einfachen Idee viele Spenden zu sammeln. Ohne jeglichen Aufwand unterstützt man als Nutzer die Aufforstung von Wäldern. Und vielleicht klappt es so ja tatsächlich, mit dem ehrgeizigen Ziel von einer Milliarde finanzierten Bäumen bis 2020.