Jazorina. Land of Lakes

Die Fotografien in „Jazorina. Land of Lakes“ zeichnen das Portrait einer ungewöhnlichen Landschaft. Sie erschließen auf sinnliche Art die Lausitz, die lange vom Braunkohle-Tagebau bestimmt war, und bald Europas größte künstliche Seenlandschaft sein wird. Die Fotografin Freya Najade, die in London lebt und arbeitet, war fasziniert von diesem Wandel. Drei Sommer hintereinander reiste sie in die Lausitz, immer zur touristischen Hauptsaison, und traf dort auf ziemlich normale Urlauber mit Sonnenbrille, Turnschuhen und Luftmatratze. 

Wo jahrzehntelang Erde abgetragen wurde und ganze Dörfer dem Tagebau weichen mussten, entstehen jetzt Strände, Surfschulen und Restaurants. Zaghaft rekultiviert der Tourismus die Gegend, aus der nach der Schließung der Tagebaue nach der Wende über 50.000 Menschen wegzogen.
Man erwartet in den Bildern einen harten Kontrast zwischen Natur und Industrie. Doch in diesem Buch wirken die blaugrünen Flächen der künstlichen Seeufer, die wüstenartigen Tagebau-Gruben und die verbliebenen Kräne geradezu stimmig. Die Spuren des Tagesbaus werden nicht versteckt. Schließlich war er lange Zeit Hauptarbeitgeber und ganzer Stolz der Region.

Kehrer Verlag, Erscheinungsjahr 2016, Freya Najade