ToxFox und Codecheck: Mit Apps durch den Dschungel der Inhaltsstoffe

Nach immer neuen Lebensmittelskandalen und Berichten über krebsauslösende Inhaltsstoffe, wie Aluminium in Deos und Mikroplastik in Waschgels, kann man als Konsument schon misstrauisch werden. Was steckt eigentlich drin in den Produkten, die wir täglich benutzen oder zu uns nehmen? Wer nicht wie rund jeder Dritte Deutsche aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten ohnehin bestimmte Stoffe meiden muss, kann doch Vertrauen in deutsche und europäische Richtlinien für Produkte und ihre Inhaltsstoffe haben, oder?

Doch viele zugelassene Inhaltsstoffe sind zumindest umstritten, zum Beispiel Pestizide oder hormonell wirksame Chemikalien. Vor allem letztere sind in Drogerieartikeln allgegenwärtig. Von der Hautcreme über das Duschgel bis zum Haarwachs enthalten zahllose Artikel Stoffe mit hormonartiger Wirkung, da sie desinfizierende Eigenschaften haben oder als UV-Schutz eingesetzt werden. Sie stehen aber auch im Verdacht, die männliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen und verschiedene Krebsarten zu begünstigen. Auch Kinderspielzeug enthält oft hormonell wirksame Weichmacher, die Kunststoffe elastischer machen.

Wer sich im Supermarkt nicht sicher ist, ob ein Produkt Schadstoffe enthält, kann natürlich die Inhaltsstoffliste auf der Rückseite durchgehen. Aber um diese zu verstehen müsste man vor allem im Kosmetikbereich schon umfassendes chemisches Wissen besitzen. Wer weiß schon, worum es sich bei Cetylalcohol handelt, oder gar bei Butylphenyl Methylpropiona? Außerdem können zum Beispiel die konservierenden, aber hormonwirksamen „Parabene“ unter vielerlei Namen auf Produkten auftauchen und bei Spielzeugen fehlen Hinweise auf Weichmacher meist völlig. Die Hersteller haben kein Interesse daran, leicht verständliche Namen zu verwenden. 

Produktcodes scannen mit Apps

Eine Abhilfe in diesem Wirrwarr aus zahlreichen mehr oder weniger umstrittenen Inhaltsstoffen können Apps schaffen, die Inhaltsstoffe einzelner Produkte verständlich aufschlüsseln. Zum Beispiel ToxFox, eine App von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.), mit der man im Supermarkt oder Zuhause Produktcodes scannen kann, um die genauen Inhaltsstoffe erklärt und bewertet zu bekommen. Die App funktioniert bei Drogerieprodukten und Kinderspielzeug und ist vor allem auf Stoffe spezialisiert, die im Verdacht stehen hormonell wirksam zu sein. Die App erlaubt außerdem, sich direkt beim Hersteller zu beschweren oder diese aufzufordern, Inhaltsstoffe einzelner Produkte offenzulegen.

Die App Codecheck ist etwas breiter aufgestellt. Mit ihr kann man auch Lebensmittel untersuchen und bekommt Informationen zu Inhaltsstoffen wie Palmöl, Mikroplastik und allen möglichen Bestandteilen von Lebensmitteln. So können hier beispielsweise Veganer spezifisch nach Produkten ohne tierische Stoffe filtern und Aluminiumskeptiker alternative Deos ausfindig machen. Auch hier kann einfach der Produktcode gescannt werden, es gibt aber auch eine umfassende Webseite, auf der nach Produkten gesucht werden kann. Außerdem erklärt Codecheck auch, welche Inhaltsstoffe unbedenklich sind.

Beide Apps sind im Google Playstore und im iTunes Store kostenlos erhältlich. Einzelne Beurteilungen zu der Schädlichkeit bestimmter Inhaltsstoffe innerhalb der Apps sind teilweise umstritten und sollten deshalb nicht unbedingt als der Weisheit letzter Schluss behandelt werden. Auf jeden Fall bieten diese Apps aber zumindest die Möglichkeit, schnell und einfach zu verstehen, was wo drin steckt.